Du bist nicht dein Schicksal
Shownotes
Auf der Grundlage von Fallbeispielen und persönlichen Erfahrungen sprechen wir in dieser Podcastfolge darüber, warum Schicksalsschläge wie traumatische Ereignisse auf uns wirken und wie wir einen trotz allem positiven Umgang mit ihnen finden. Dazu stellen wir dir einen Prozess aus der Traumatherapie vor, der dir in drei Schritten hilft, einen Schicksalsschlag am Ende in dein Leben und deine Lebensgeschichte zu integrieren.
Das sind die Themen und Fragen dieser Podcastfolge
- Was versteht man unter einem Schicksalsschlag und wie äußert er sich im Leben?
- Wie kann ich einen Schicksalsschlag in meinem Leben zulassen? Prozessarbeit aus der Traumatherapie
- Schritt 1: Stabilisierung
- Schritt 2: Aufarbeitung
- Schritt 3: Integration
- Körperübung: So erdest du dich und findest Halt
Wir wünschen Dir eine schöne Zeit mit vielen guten Erfahrungen beim lebenslangen Lernen. Deine Maja und Claudia
In der heutigen Podcastfolge geht es um den Umgang mit Schicksalsschlägen. Diese Aufgabe musst du aber nicht allein bewältigen, es gibt eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten, etwa Krisendienste oder die Telefonseelsorge, wo dir ausgebildete Fachleute und Therapeut:innen zuhören und Hilfe anbieten. Die Krisendienste sind regional und überregional organisiertIm, im Folgenden haben wir dir einige weitere Internetadressen von Online-Anlaufstationen aufgelistet:
- Deutsche Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/
- Das Familienportal liefert einen eigenen Überblick über Online-Hilfe-Angebote: https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/krise-und-konflikt/krisetelefone-anlaufstellen
- Das Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Psychiatrie: https://www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe/krisenanlaufstellen?format=html
- Der Krisenchat: https://www.krisenchat.de/
Wenn du dich dafür interessierst, wie du in persönlichen Belastungen und Krisensituationen mehr innere Stabilität und Resilienz entwickeln kannst, bekommst du viele Anregungen und Strategien, Übungen und Tipps in Majas Ratgeber "So findest du innere Stabilität". Darin sind viele wissenswerte Beiträge von renommierten Psycho- und Trauma-Therapeutinnen wie Christa Diegelmann, Margarete Isermann und Doris Wolf. Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten findest du im PAL Onlineshop.
Die Tipps und Übungen aus dieser Folge findest du zum Nachlesen auf unserer Website [hier]).
Unser Podcast "Wecke deine Lebensfreude" erscheint jeden zweiten Sonntag in meinem Podcast-Kanal und im kostenlosen Online-Newsletter des PAL Verlags Vitamine für die Seele. Darin erhältst du viele weitere Beiträge und Impulse zum Thema, dazu ein Video und einen Psychotest. Übrigens: Als Abonnentin oder Abonnent erhältst du 10% Extra-Rabatt auf alle Jahreskalenderausgaben. Mehr Infos zum Newsletter und zu Anmeldung findest du hier.
Transkript anzeigen
00:00:06: Wecke deine Lebensfreude!
00:00:15: Der psychologische Podcast von und mit Maya Günther
00:00:19: und Claudia Morgenstern.
00:00:24: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts, heute sprechen wir über Schicksalsschläge.
00:00:33: Jeder Mensch erlebt Schicksal schläge im Lauf seines Lebens und ein Schicksaltsschlag ist ja oft ein traumatisches Ereignis also nicht immer aber häufig es schon so dass es wie ein Trauma im Prinzip ist.
00:00:49: Und es gibt natürlich ganz unterschiedliche Schicksalsschläge, Krankheiten, Todesfälle, Trennungen, Kündigungen – also alles was einem eigentlich so ungeplant über den Weg läuft und einen so unerwartet Wirklichkeit erwischt weil man gar nicht damit gerechnet hat.
00:01:08: Was uns wirklich dann aus der Bahn wirft in dem Leben?
00:01:11: Ja, und es gibt Menschen die's ganz schnell schaffen wieder in die Bahn zu kommen auch nach schwerer Schicksalsschlägen.
00:01:19: Und es gibt andere denen das schwerer fällt sich neu zu sortieren und wieder auf die Beine zu kommen beziehungsweise wieder in den Spur zurückzufinden.
00:01:30: Heute sprechen wir über all das was helfen kann wieder in der Spur zu kommen und mit dem Schicksal Schlag leben zu lernen.
00:01:39: Vielleicht können wir an der Stelle nochmal so ein Hinweis machen, Maya.
00:01:42: Dass wir auch schon mal einen Podcast über die Resilienz gemacht haben, dass es uns leichter gelingt wieder zurück ins Leben zu finden nach einem tragischen Ereignis oder nach einem großen Stress erleben
00:01:56: Und in jedem Fall kann man sagen, es ist ein Prozess.
00:02:00: Es geht nicht von heute auf morgen und es dauert seine Zeit.
00:02:04: Die Zeit ist auch wichtig, obwohl sie sich oft wirklich schlecht anfühlt.
00:02:09: Trotzdem ist es eine wertvolle Zeit trotz schlechter Gefühle.
00:02:13: Vielleicht ist es so, dass je nachdem wie schwer ... Oder wie viel sich unsere Lebensumstände ändern durch den Schicksalsschlag, finden wir schwerer oder leichter wieder zurück in die Bahn.
00:02:28: Also wenn ich zum Beispiel einen Unfall habe und ich sitze im Rollstuhl ab dem Unfall, dann muss sich natürlich wahnsinnig viel in meinem gewohnten Alltag verändern.
00:02:39: Ich brauche ein Rollstuel, ich muss meine Wohnung umbauen, ich kann wahrscheinlich nicht mehr Auto fahren.
00:02:45: vielleicht ändert sich auch ganz viel in meiner Beziehung weil ich vielleicht auch kein Sex mehr haben kann mit meinem Partner oder meiner Partnerin.
00:02:53: Und dann muss ich natürlich gleichzeitig ganz viele Bereiche in meinem Leben neu organisieren und mich umstellen.
00:03:02: Je mehr Bereiche ich neu organisiere, desto schwerer ist es auch mit dem Schicksalsschlag fertig zu werden!
00:03:11: Also einmal die Größe der Veränderung im eigenen Leben oder wenn mich der Schicksalsschlag sehr, sehr tief trifft.
00:03:18: Zum Beispiel wenn ich einen ganz nahestehenden Menschen verliere also dann bin ich ganz, ganz tief getroffen von diesem Schicksaltschlag.
00:03:27: Ja, und jetzt wollen wir mal drüber sprechen.
00:03:29: Wie kann ich denn den Schicksalsschlag in mein Leben integrieren?
00:03:33: Und angelehnt an die Traumatherapie gibt es drei Schritte für die Integration also diesen Prozess, die für die integration wichtig sind.
00:03:44: Da sind das erstmal so als Überblick dass ihr wisst was erwartet euch von den einzelnen Teilschritten ist.
00:03:51: es zum einen die Stabilisierung den Geist und auch den Körper wieder so zur Ruhe bringen, weil der ganz aufgewühlt ist.
00:04:01: Und unser Nervensystem ist auch in Mitleidenschaft gezogen.
00:04:05: Der zweite Schritt ist die Aufarbeitung von diesem Schicksalsschlag.
00:04:10: Der dritte Schritt ist eine Integration vom Schicksaltschlag.
00:04:15: Wir gehen jetzt mal jeden einzelnen Punkt mit euch durch... wenn wir bei der Stabilisierung sind.
00:04:21: Das ist die ausführlichste Phase von diesem Prozess, für den wir uns auch ganz viel Zeit nehmen sollten.
00:04:35: uns wieder in eine Sicherheit bringen, denn dieser Schicksalsschlag hat uns ganz aus dem Leben herausgeworfen und wir brauchen wieder ganz klar das Gefühl der Sicherheit.
00:04:48: Das kann dadurch erreicht werden dass ich mir einen Rückzugsort schaffe wo auch immer wieder zur Ruhe komme oder es können auch Menschen sein, denen ich vertrauen kann, dass ich da die Möglichkeit habe Sicherheit zu spüren.
00:05:04: Denn durch den Schicksalsschlag oder das traumatische Erlebnis bin ich aus meiner Sicherheit herausgerissen worden.
00:05:13: Ja, ich finde es sagt auch ganz schön dieses Sprichwort.
00:05:16: Wenn man sagt das zieht mir den Boden unter den Füßen weg.
00:05:19: also das kennt ihr ja vielleicht auch wenn man so das Gefühl hat Ich habe gar keine Stabilität mehr.
00:05:24: Das hat ja auch mit dieser Sicherheit Mit dem Gefühl für Sicherheit zu tun.
00:05:29: Und das kann man sich ja vorstellen, wenn jetzt ein geliebter Mensch stirbt zum Beispiel.
00:05:34: Dann hat man erstmal eine Stütze oder ein Halt weniger und ist auch selber mit seiner Trauer beschäftigt und total erschüttert.
00:05:43: Und je nach Umständen, also je nach Schicksal finde ich ist es immer ganz gut mal sich zu überlegen was gibt mir denn eigentlich Sicherheit?
00:05:52: Also wir haben ein paar Vorschläge für euch aber vielleicht findet ihr auch selber nochmal so Dinge wo ihr sagt das gibt mir Halt.
00:06:00: Das gibt mir Sicherheit.
00:06:02: Ja und weil du das sagst maja also Halt und Sicherheit gibt uns unsere Alltagsstruktur.
00:06:08: Natürlich bin ich erstmal durch diesen Schicksalsschlag nicht in der Lage so diese Alltagshandlungen vorzunehmen, weil ich ja durch das Erlebte aufgewühlt bin.
00:06:21: kann uns das auch sehr viel Halt geben, wenn ich versuche mich an Alltagsroutinen festzuhalten oder mich da mit durch den Tag zu hangeln.
00:06:31: Und vielleicht bin ich am Anfang nicht arbeitsfähig.
00:06:34: aber wenn ich dann zum Beispiel wieder zurückgehen kann in die Arbeit, soll das nicht heißen dass ich meine Gefühle ignoriere sondern es gibt mir eine Struktur.
00:06:45: also Ich bekomme halt durch die vertrauten Abläufe und das beruhigt auch wieder unseren aufgewühlten Zustand.
00:06:53: Manchmal in der Werkstatt, in der ich arbeite für Rehakunden Wenn die irgendwie was erlebt haben nochmal zusätzlich zu ihrer Erkrankung, versuchen wir sie ganz schnell wieder zum Arbeitsplatz zu loten.
00:07:07: Weil da dann auch wieder die sozialen Kontakte sind.
00:07:10: Da ist auch eine gewisse Ablenkung dass Sie mal auf andere Gedanken kommen und die vertrauten Handgriffe können uns sehr gut rüber retten.
00:07:19: Das können aber auch ganz einfache Dinge sein wie Einkaufen am Tag oder die Dusche zur gewohnten Zeit, oder Essenszubereitungen.
00:07:28: Dass man einfach feste Essenszeiten hat und sagt so da habe ich jetzt schon mal drei Stationen am Tag wo ich weiß dann hab ich Frühstück, dann hab' ich Mittag- und abendsessen Und dann hat man schon den Tag so grundstrukturiert.
00:07:42: oder wann gehe ich spazieren.
00:07:45: Wann höre ich mir vielleicht eine schöne Musik an, die mich entspannt?
00:07:49: Ja und bei Entspannung sind wir auch schon bei der körperlichen und seelischen Beruhigung.
00:07:55: das trägt auch zur Stabilisierung bei.
00:07:57: da sind wir noch beim ersten Punkt Stabilisierung und da können wir auch versuchen über einfache Atem- oder Entspanungsübungen uns selber zu stabilisieren und die Seele wieder so ein Stück weit zu beruhigen.
00:08:12: Wir stellen euch am Ende dazu eine Stabilisierungsübung vor!
00:08:16: Möglich ist natürlich das, was ihr vielleicht sonst macht wie Yoga oder Pilates oder Spazierengehen oder progressive Muskelentspannung.
00:08:26: Da gibt es ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten und auch da seid ihr wieder aufgefordert mal zu überlegen, was entspannt mich denn eigentlich?
00:08:35: Das kann ja auch eine Badewanne sein!
00:08:39: Ja weil du das sagst Marianne mit diesem Was entspannt Das gehört mit zur Stabilisierung, nämlich wieder in diese Selbstwirksamkeit reinzukommen.
00:08:49: Also zu entscheiden was möchte ich tun oder was möchte jetzt gerade unterlassen?
00:08:55: Also das ist ganz wichtig.
00:08:57: nach einem Schicksalsschlag der ja außerhalb unserer Kontrolle passiert ist wie da selbst im Alltag diese Entscheidungen zutreffen – das tut mir gut und das tut mich grade nicht gut!
00:09:09: Also was schon auch wichtig ist dass wir nicht verwechseln dass wir Schicksalsschläge nicht beeinflussen können.
00:09:17: Also, wir können nicht alles kontrollieren in unserem Leben und manchmal gibt es nach so einem Schicksal- schlag auch einen viel geleiteten Kontrollwunsch und man will versuchen das nächste Mal zu vermeiden, dass einem sowas nochmal passiert.
00:09:31: Ja, und natürlich kann ich gegen Erkrankungen versuchen mich gesund zu ernähren.
00:09:36: Aber ob ich Krebs kriege oder nicht liegt trotzdem nicht in meiner Hand.
00:09:39: also Ich kann was tun dass sich körperlich stabil bin aber ich habe nicht in der hand welche krankheit auf mich zukommt.
00:09:46: ja Und dann ist das eine ungesunde form von Kontrolle und die gesunde form Von kontrolle ist eben claudia Was du gerade sagst dieses im kleinen dinging Im alltag wieder quasi die fäden die Hand zu kriegen.
00:10:02: Im Sinne der Selbstwirksamkeit, was uns in der Phase der Stabilisierung auch halt gibt ist dass wir ganz achtsam mit unseren eigenen Gefühlen umgehen.
00:10:15: das heißt wir sind in der Fase auch ganz großen Gefühlschwankungen ausgesetzt und Alle Gefühle dürfen da sein.
00:10:23: und dass wir uns darauf einstellen, ja es wird ein auf-und ab der Gefühlle sein.
00:10:28: Und das darf auch in der Phase so sein und die Gefühlen gehören da ganz stark mit dazu.
00:10:35: Und dass wir nicht anfangen sie zu betäuben die Gefüle indem wir sagen Nimm jetzt Alkohol zur Hilfe oder versuchen Sie mit Medikamenten zu betäuben.
00:10:46: Also das gibt dann nur einen Boomerang, sag ich mal, also dass wir uns darauf einstellen, dass es auch eine emotionale Achterbahnfahrt ist.
00:10:55: Ja und das neue Betäubens sind natürlich auch Social Media.
00:10:59: Der extreme Gebrauch wenn ich so abtauche in Social media, dann ist das nicht gesund für mich schon gar nicht in so einer Situation wo's eigentlich drum geht wieder in sich zurückzufinden.
00:11:11: So ein traumatisches Ereignis, das schleudert einen ja so raus und eigentlich ist es Ziel dass wir uns wiederfinden und dass wir zur Ruhe kommen.
00:11:22: Schauen wir uns mal die zweite Phase an beziehungsweise den zweiten Schritt Das ist die Aufarbeitung Und da geht's darum die Erlebnisse zu verarbeiten und neu zu sortieren.
00:11:35: Und eine ganz schöne Möglichkeit ist da, das Tagebuch schreiben.
00:11:40: Also mal einfach so alles aufzuschreiben was man vielleicht erlebt hat oder was einem durch den Kopf geht oder auch die ganzen Gefühle mal hin zu schreiben dir einen so übermannen in der Zeit.
00:11:52: Vielleicht hilft ein Gegenüber, um meine Erinnerungen und Erlebnisse zu sortieren.
00:11:59: Das kann jemand sein der professionell mich begleitet dabei aber das können auch Familienmitglieder sein oder ganz enge Freunde.
00:12:08: Und wenn die mich dabei begleiten oder dass mit mir zusammen sortieren dann ist es schon hilfreich, wenn das gegenüber ein paar Sachen beachtet.
00:12:19: Nämlich dass eine ist, dass der Verständnis für die Person da ist, die das erlebt hat und dass man dieser Person nicht aufdrängt über das Erlebte reden zu müssen sondern die Person entscheidet selber wann möchte ich drüber sprechen?
00:12:35: Und in welcher Ausführlichkeit möchte ich darüber sprechen?
00:12:40: Und dass auch die Gefühle des anderen, der das erlebt hat nicht bagatellisiert werden.
00:12:46: Auch nicht mit falschen Trostsprüchen.
00:12:49: Manchmal gibt es ja so... Das ist vielleicht gar nicht bös gemeint aber es wird dadurch bagatellisiert.
00:12:54: zu Formulierungen Ja es wird schon alles wieder gut werden oder die Zeit halt alle wunden.
00:13:00: Das ist auch nett gemeint Aber in dem Augenblick trifft es nicht die Tiefe des Ereignisses.
00:13:06: Das habe ich häufiger in der Selbsthilfegruppe oder in den Angehörigenseminaren.
00:13:12: für Angehörige von Menschen mit Demenz, dass immer jemand eine Geschichte noch oben drauf setzt.
00:13:17: Also dann wird so das Erzählte entwertet weil jemand dann sagt ja aber das ist gar nichts gegen das was ich erlebt habe und da war es so und so.
00:13:27: Und das finde ich auch zu bedenken, dass jedem seinen Schicksal am schwersten wiegt.
00:13:32: Klar jeder ist dran geknüpft und muss damit fertig werden und da gibt's kein schwerer oder noch schlimmer oder weniger schlimm.
00:13:41: Wenn du das sagst, habe ich gerade so ein Bild vor Augen.
00:13:44: Wenn jetzt jemand zum Beispiel sagt, ich hab einen Arm verloren und dann sagt jemand ja, ich kenne einen der zwei Arme verloren?
00:13:50: Das bringt mir nichts weil ich hab meinen Arm verloren.
00:13:53: Genau!
00:13:54: Und es ist erst mal mit erheblichen Einschränkungen und Umstellungen
00:13:58: verbunden.
00:13:58: Ja genau.
00:13:59: Und das ist dann auch wie so ein Vergleich nach unten.
00:14:02: Wen geht's noch mal schlechter?
00:14:03: also das bringt uns nicht weiter.
00:14:06: Der dritte Schritt ist dann die Integration.
00:14:09: Also wie kann ich das in mein Leben integrieren, des Schicksal?
00:14:14: Dass sich möglichst Versuche ab jetzt in meiner neuen Gegenwart zu leben!
00:14:19: Ich habe was erlebt – es liegt ja schon in der Vergangenheit wenn ich versuche es zu integriern und meine neue Realität und meinen neuen Lebensumstände sind jetzt anders als vorher und da muss ich natürlich mit zurechtkommen.
00:14:34: Als erstes ist eine Haltung hilfreich, in der man sagt ich bin nicht mein Schicksal.
00:14:40: Also ich bestehe noch aus viel mehr.
00:14:42: es ist mir zwar passiert und vielleicht habe ich jetzt einen geliebten Menschen verloren und das tut weh und ich muss damit klarkommen aber ich bestehen nicht nur aus dem Verlust sondern da gibt's noch ganz viel mehr in meinem Leben
00:14:56: Und vielleicht hilft uns so ein innerer Zeitstrahl, den wir uns herholen können und dieses durchaus traumatische Erlebnis punktuell einsortieren.
00:15:06: Da ist es mir passiert und das ist ein Teil meiner ganzen Biografie – ein sehr dunkler und schwerer Teil meiner Biographie.
00:15:16: Und zugleich gehört es der Vergangenheit an und ich habe die Möglichkeit zu entscheiden, wie viel Platz soll dieser Teil einnehmen?
00:15:30: Weil ich bin jetzt in der Gegenwart.
00:15:32: Dass sich auch immer wieder sagen kann ja es ist furchtbar was mir passiert ist.
00:15:36: Es ist in der Vergangenkeit liegend Und Ich versuche dass es nicht meine Gegenwart vollkommen bestimmt.
00:15:45: Und zusätzlich dazu kann ich mir noch überlegen, wie kann ich mich neu organisieren.
00:15:50: Da geht es jetzt eben darum, dass wenn's nicht meine Vergangenheit bestimmt, ich habe die neue Situation und überlegt mir mal was brauche ich denn jetzt in dieser Situation damit ich möglichst gut leben kann?
00:16:04: Ein banales Beispiel ist, wenn ich im Rollstuhl lande, dann muss ich meine Wohnung rollstuhligerecht einrichten und dann muss sich mich informieren.
00:16:12: Wo kann ich denn zum Beispiel öffentlich fahren?
00:16:14: Wie bewege ich mich fort mit dem Rollstudio – das ist ja meine neue Realität!
00:16:19: Und dann gibt es da natürlich ganz viel was auch organisatorisch händeln kann, was ich dann einfach verändern muss und wo ich mich darauf einstellen kann.
00:16:29: Dann geht's wieder leichter weiter.
00:16:32: Ja dazu gehört an der Stelle Hilfe von außen anzunehmen oder auch zu schauen, kann ich mein Netzwerk mehr verbreitern das was ich brauche auf verschiedene Schultern verteilen kann.
00:16:47: Und der Blick auf das positive hilft natürlich immer also immer sich zu fragen Was ist denn da?
00:16:53: Was kann nicht tun im Moment und was ist denn gut in meinem Leben?
00:16:58: vielleicht auch etwas soll unbedingt so bleiben.
00:17:03: Und als Übung könnt ihr euch vorstellen, dass ihr ganz fest mit dem Boden verbunden seid und dies tatsächlich spüren indem ihr die Füße auf den Boden stellt.
00:17:17: Ihr seid jetzt im Sitzen oder im Stehen und dann geht es über die Atmung das ihr ganz bewusst im Sitze oder im stehen in die Füsse hinein atmet.
00:17:29: Atem dorthin fließen kann und ihr ganz bewusst diesen Bodenkontakt spürt.
00:17:35: Das gibt nochmal eine Sicherheit mit diesem Bodenkontakt, und es ist eine ganz schöne Stabilisierungsübung die wir jederzeit immer dann machen können wenn wir merken jetzt ist unser Nervenkostüm wieder ganz aufgewühlt
00:17:50: Und zur Hilfe könnt ihr euch auch das Bild vom Baum nehmen, dass ihr euch vorstellt.
00:17:55: Ihr seid wie ein Baum und mit der Erde verwurzelt also ich mache das auch gerne.
00:18:00: Ich stelle mir dann wirklich vor wie wir aus den Füßen die Wurzeln raus wachsen und die sich im Boden so ausbreiten.
00:18:07: und wenn sie in alle Richtungen sich ausbreitet wird man ja oben nochmal stabiler
00:18:12: Und das geht noch mal besonders gut im Stehen, deine Baumübung.
00:18:16: Genau und vielleicht brauche ich aber doch nochmal einen anderen Halt in der Phase.
00:18:20: es geht auch im Sitzen.
00:18:21: wir können uns auch den Baum im Sitzen vorstellen.
00:18:25: ja wir halten nochmal Rückschau mit euch was wir thematisch behandelt haben.
00:18:29: da ging es um die Schicksalsschläge und wie wir sie im Leben integrieren können und wir haben uns da ganz stark an Die Traumatherapie angelehnt an einem Prozess der Integration, also die Kernpunkte enthält Stabilisierung, Aufarbeitung um dann später integrieren zu können das was uns geschehen
00:18:51: ist.
00:18:56: Wenn euch der Podcast gefallen hat findet ihr viele weitere Folgen bei allen gängigen Podcast Anbietern.
00:19:03: in den Show Notes findet ihr einige Hinweise für professionelle Hilfe bei Schicksalsschlägen.
00:19:08: Wir danken euch fürs Zuhören und wünschen euch immer wieder die Stabilität, um zu sehen dass ihr mehr seid als das was euch passiert ist.
00:19:18: Alles Gute!
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